Praktische Tipps fürs Homeoffice mit Kindern

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Zuhause arbeiten und Kinder betreuen. Lustig....Den Gedanken kennen wohl viele Eltern, die mit ihren Kindern wegen der geschlossenen Schulen und Kitas zu Hause bleiben müssen oder vom Arbeitgeber ins Homeoffice geschickt werden. Hier finden Sie Tipps, um produktiv zuhause zu arbeiten und dabei Ihr Wohlbefinden im Blick zu halten.


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Trotz vielfältiger Möglichkeiten von zuhause zu arbeiten, finden sich die meisten gerade erstmals im Homeoffice wieder. Besonders Mütter stellt dies vor große Herausforderungen, da diese nicht nur das Homeoffice organisieren müssen, sondern oftmals einen großen Teil der Kinderbetreuung übernehmen.


Für viele bedeutet die Situation

Stress auf allen Ebenen.

Den Anforderungen und Erwartungen auf beruflicher und privater Ebene gerecht zu werden, ein fürsorglicher Elternteil sowie verlässlicher Arbeitnehmer zu sein, wird als Mutter im Homeoffice noch schneller zum Balanceakt. Zwar gibt es viele Tipps, um mit den Vor- und Nachteilen des Homeoffices gut umzugehen. Aber wie kann man zuhause mit Baby und Kleinkind, bei Lärm und ohne Arbeitszimmer konzentriert arbeiten? Nimmt der Druck auf Seiten des Arbeitgebers und die Belastung durch ein unzufriedenes, nicht ausgelastetes Kind zu, entsteht häufig Frust und das Gefühl, nicht hinterher zu kommen.


Um dauerhaft zufrieden, einfühlsam und leistungsstark zu sein, ist es besonders in herausfordernden Situationen wichtig, eine gute Work-Life-Balance beizubehalten.


Zuhause arbeiten mit Kindern: Praktische Tipps für Effektivität und Gelassenheit im Homeoffice

Schaffen Sie klare Rahmenbedingungen

  • Die Situation ist für alle neu, normalerweise wären Sie alle woanders - im Büro, im Kindergarten, in der Schule. Und alle würden dort unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen. Umso wichtiger ist es, dass Sie für Struktur in der ungewohnten Konstellation zuhause sorgen: Erklären Sie die Situation und setzen Sie Grenzen. Machen Sie deutlich, dass Mama/Papa nicht die ganze Zeit verfügbar ist, sondern zuhause arbeitet. Zuhause haben Sie vermutlich kein eigenes Arbeitszimmer. Es empfiehlt sich aber einen festen Arbeitsbereich festzulegen, bestenfalls in einem abgetrennten - je nach Alter der Kinder verschließbaren - Raum. Das hilft Ihnen selbst, sich räumlich auf die Arbeit einzustellen, und besonders Ihren Kindern dabei zu verstehen, dass Sie “auf der Arbeit sind” und Ihre Kinder sich währenddessen anders beschäftigen.

Erstellen Sie gemeinsam mit den Kindern einen Plan

  • Strukturen und Routinen helfen im Umgang mit Unsicherheiten der ungewohnten Situation. Legen Sie gemeinsam fest, was wann gemacht wird und etablieren Sie feste Abläufe. Dies ist besonders für Kleinkinder im Kindergartenalter von großer Bedeutung, da sie sich entwicklungspsychologisch betrachtet auch mit kleineren Veränderungen schwer tun. Richten Sie feste Arbeits- und Spielzeiten ein, in denen Ihr Kind sich allein beschäftigt und Sie arbeiten. Erklären Sie, dass der Ablauf ähnlich wie im normalen Alltag ist – für Sie wie im Büro und für das Kind wie in der Kita oder der Schule.  Schaffen Sie positive Anreize, damit Ihre Absprachen eingehalten werden (z.B. gemeinsame Wunschaktivität am Nachmittag).

Erstellen Sie eine Liste mit altersgemäßen Aktivitäten

Beispiele, für Aktivitäten, die ein Kind allein oder mit Geschwistern machen kann:

  • 5-Minuten Aktivitäten: z.B. Bild malen, Bilderbuch anschauen, Papierflieger basteln und fliegen lassen...

  • 15-Minuten Aktivitäten: z.B. etwas aus Lego bauen, mit dem Lieblingsspielzeug spielen, mit Wasserfarben malen, im Lieblingsbuch lesen...

  • 30-Minuten Aktivitäten: z.B. Verkleiden spielen, eine Höhle mit Decken und Kissen bauchen, Lesen, einen Hindernisparcours mit Spielzeug, Töpfen, Dosen etc. erstellen ...

Machen Sie sich - und anderen - Ihr eigene Haltung deutlich

  • Machen Sie sich selbst klar, was Ihnen im Tagesablauf wichtig ist und warum, z.B. ungestörte Arbeits- und Erholungszeiten, um Ihre Aufgaben zu erledigen sowie entspannt und geduldig für Ihre Familie da sein zu können. Kommunizieren Sie dies sanft, aber bestimmt und halten Sie Ihre Grenzen und die kommunizierte Struktur selbst ein  (z.B.: “Ich muss jetzt arbeiten, danach bin ich ganz für dich da”). Dies macht es sowohl Ihrem Kind als auch Ihnen selbst einfacher, sich an die neuen Abläufe zu gewöhnen.


Realistische Zielsetzung: Zeit planen und Prioritäten setzen

  • Überlegen Sie, wie lange Sie in der aktuellen Situation tatsächlich effektiv arbeiten können. Seien Sie realistisch, bedenken Sie Herausforderungen und Probleme – sei es die Fragen der Kinder beantworten, dem Kleinkind auf Toilette helfen oder etwaige arbeitstechnische Einschränkungen im Homeoffice. Vermutlich kommen Sie auf eine geringere Stundenanzahl als die, die Sie im Büro verbringen - wobei Sie auch dort Unterbrechungen haben, z.B. durch den Smalltalk mit Kolleg*innen. Nutzen Sie die verfügbare Zeit aber effektiv, können Sie auch zuhause sehr produktiv sein und gute Ergebnisse liefern. Planen Sie Ihre Zeit und Aufgaben in Anbetracht der neuen Situation noch einmal neu. Welche to do’s stehen auf Ihrer Liste, wie wichtig und eilig sind die Aufgaben? Setzen Sie Prioritäten und planen Sie sich (Teil-)aufgaben in Ihre verfügbaren Zeitfenster ein. Häufig erscheinen alle Aufgaben gleich wichtig zu sein und kaum möglich, Prioritäten zu setzen. Dann kann es helfen einmal  andersrum zu fragen: Wie schlimm wäre es, wenn ich diese Aufgabe gar nicht mache? Was wären die Folgen?

Richtig kommunizieren

  • Nutzen Sie Ihre Kommunikationskenntnisse: Äußern Sie deutlich Ihre Bedürfnisse und geben Sie konstruktive Rückmeldungen an Kind und Partner*in: Was hat Sie warum gestört? Was wünschen Sie sich konkret anders? Wobei wünschen Sie sich Unterstützung? Stress kann zu impulsiven, verletzenden Äußerungen verleiten und zu Missverständnissen führen. Manchmal kann es hilfreich sein, ein Gespräch etwas nach hinten zu schieben. Wie würden Sie es im Büro oder mit Geschäftspartnern machen?

Wenn Sie merken, dass Sie gestresst sind, atmen Sie tief durch und sammeln Sie Ihre Gedanken, bevor Sie sprechen.

Zeit für Entspannung einplanen

  • Vergessen Sie die Pausen nicht! Wenn Sie auf sich selbst achten, sind Sie ausgeglichener und produktiver - und davon profitiert dann wiederum Ihr Umfeld. Die Doppelbelastung durch Kinderbetreuung und Erfüllung der Arbeitsanforderungen macht Erholungspausen besonders wichtig. Bewusste Pausen machen leistungsfähiger und zufriedener. Wenn es in Anbetracht der Arbeitslast schwer fällt an Pausenzeiten zu denken, halten Sie sich den greifbaren Mehrwert davon vor Augen: Bereits kurze Erholungsmomente und Bewegung können den Blick von der Belastung weg lenken, das Stresslevel reduzieren und u.a. die Konzentrationsfähigkeit sowie das “out of the box” Denken positiv beeinflussen.

  • Was tut Ihnen gut? Ein leckerer Milchkaffee oder ein toller Tee? Ihren Lieblingssong aufdrehen, einige Yogaübungen machen, mit Freunden telefonieren, mit dem Partner / der Partnerin am Abend einen schönen Film schauen?


Homeoffice mit Kindern bleibt ganz bestimmt eine große Herausforderung, aber ist mit den richtigen Kniffen gut zu meistern. Wenn es nicht direkt so klappt wie gewünscht, geben Sie nicht auf. Führen Sie sich vor Augen, wie Sie ähnliche Situationen gemeistert haben, warum es sich lohnt, konsequent zu bleiben und überlegen Sie, mit wem Sie sich dazu konstruktiv austauschen können.


Was ist Ihr nächster Schritt zum effektivem, entspannten Homeoffice mit Kind?


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